Travel

Traumziel für Kiter: Akyaka – Gökova

4. Mai 2015

Da der Sommer im Hamburg einfach zu kurz ist, hat es sich bei uns mittlerweile so eingependelt, dass wir im September noch mal in Richtung Süden fliegen. So kam es, dass wir 2013 nach Gökova in die Türkei reisten. Die Türkei hat mich als Ziel nie besonders gereizt, mittlerweile kann ich gar nicht mehr genau sagen warum, denn ich habe hier einen meiner schönsten Urlaube verbracht.

Wenn wir eine Reise buchen, geht das meistens sehr schnell. Im Sommer 2013 hatten zwei Anforderungen an unserer Reiseziel: Wind und Natur. Online schauten wir uns nach passenden Angeboten um und sind auf Gökova – Akyaka  in der Türkei gestoßen. Die Windstatistiken für September sahen vielversprechend aus und die Wassertemperatur ist warm genug, um ohne Neoprenanzug zu kiten.

Vom Flughafen Hamburg ging es am 31. August 2013 nach Dalaman. Wir meldeten ein Kitegepäck (Sperrgepäck) und zwei 20kg Koffer an. Der Hin- und Rückflug mit Condor inkl. Koffer kostete 260 EUR pro Person, das Kitegepäck noch mal 50 EUR extra pro Flugstrecke. Unsere Kitetasche war proppenvoll mit zwei großen Kites (12 Meter und 10 Meter), sowie den Boards und sonstigen (Kite-) Klamotten, die nicht mehr in die Koffer passten.

_MG_2477 ( OITGR.Web)

Über unsere Unterkunft, buchten wir vor Abflug bereits einen Fahrer von Dalaman nach Gökova – Akyaka. Mit unserem Namen auf einem Schild, stand der Fahrer im Ankuftsbereich des Flughafens und brachte uns mit einem modernen Bulli zu unserem Hotel. Die Stimmung war direkt sehr herzlich – sein englisch war nicht perfekt, aber dann wurde einfach Siri oder Google Translate bemüht. In der Türkei fährt man immer schnell und ist dabei ständig mit dem Handy beschäftigt.

Angekommen in unserem Hotel, nur ein paar Meter vom Meer entfernt, begrüßte uns der Hotelier mit einem freundlichen „Hallo, herzlich willkommen!“. Er selbst wohnte viele Jahre in Deutschland. Wir bezogen unser Zimmer mit Balkon im ersten Stock des Gebäudes. Über Booking buchten wir ein Appartement mit Küche – in der Realität war es eher ein kleines Zimmer mit einer noch kleineren Kochnische. Geschirr gab es nicht, das konnten wir uns aber von dem Restaurant im Erdgeschoss leihen. Alles in allem war die Unterkunft für den Preis von 378 EUR für 9 Nächte okay. Wenn man allerdings viel Zeit in der Hotelanlage verbringen möchte, solltet ihr euch nach einer Alternative umschauen.

_MG_2376 ( OITGR.Web)

Schon morgens ist es in Gökova über 25 Grad heiß. Die Thermik kommt zwischen 11 und 12 Uhr in der Bucht an, es bleibt also genügend Zeit auszuschlafen und sich ein entspanntes Frühstück zu gönnen. Um ca. 10:30 machten wir uns auf den Weg Richtung Kitespot. Der Fußweg beträgt etwa 20 – 30 Minuten und führt über eine Brücke, durch Gestrüpp, am Wasserrand zum Kite Strand. Der Weg ist so idyllisch, dass ich regelrecht froh bin, dass wir uns kein Auto gemietet haben.

Am Kitestrand angekommen, forderte uns ein junger Mann auf, 10 türkische Lira pro Person für die Nutzung des Strands zu zahlen. Diese Gebühr ist täglich fällig. Die folgenden Tage versteckten wir uns vor dem Typen, um die Gebühr zu sparen – das gelang uns meistens.

Von 8 Tagen in Akyaka, hatten wir an ca. 5 Tagen sanften Wind. Man sagte uns, dass das Kiten vor den Schulen, sowie im Freeride Bereich erlaubt ist. Vor den Schulen wird täglich Kite Unterricht gegeben, da kann also schon mal der ein Kite vom Himmel fallen, was wirklich gefährlich werden kann. Achtet darauf, dass ihr immer genügend Abstand zu den Kite Schülern einhaltet, sonst gibt es Ärger. Solltet ihr den Boardstart bereits hinbekommen, empfehle ich euch in die Freeride Area hinter den kleinen Wall zu wechseln – das ist nicht nur entspannter, sondern auch schöner. Das Stehrevier ist überall unheimlich groß. Kiten ohne Neoprenanzug und der Kulisse ist wirklich paradiesisch.

_MG_2179 ( OITGR.Web)

Wir reisten ohne eine Organisation nach Gökova-Akyaka und fanden dennoch schnell Anschluss am Kitespot. Bei Kiteboard Gökova nahm man uns sofort herzlich auf und wir lagerten dort unsere Kiteausrüstung für die Zeit unseres Urlaubs. Eine Kitepumpe benötigt ihr übrigens nicht, an jedem Kitestand gibt es Luft-Kompressoren mit den unterschiedlichen Aufsätzen für jede Kitemarke.

Da wir noch ein bisschen von der umwerfend schönen Landschaft sehen wollten, haben wir zwei kitefreie Tage eingelegt. Den einen Tag nutzten wir für eine Kajak Tour entlang der Bucht – hier könnt ihr die fassettenreiche Landschaft und Küste entdecken. Ein Boot Verleih befindet sich im rechten Strandabschnitt von Akayaka.
Den anderen Tag fuhren wir mit einem öffentlichen Bus auf den Berg bei Akyaka. Anschließend hatten wir noch einen Fußmarsch von ca. 1 Stunde vor uns. Belohnt wurden wir mit einem unvergesslichen Blick auf die Region rund um die Bucht.

_MG_2510 ( OITGR.Web)

Das Gebiet rund um Akayaka ist sehr sicher und die Bewohner absolut herzlich und entspannt. Die Geschäfte werden nachts nur teilweise abgeschlossen, geklaut wird dennoch wenig.
Der Lebensunterhalt ist für unsere Verhältnisse sehr erschwinglich. Ein selbstgemachtes Abendessen bei „Mama cooks for you“ kostet ca. 6 EUR und ist überdurchschnittlich gut. Das vegetarische Angebot ist in der Türkei allerdings nicht besonders groß.

Ich würde jederzeit wieder nach Akyaka reisen, gäbe es nicht noch so viele andere Orte auf der Welt zu entdecken. Vielleicht komme ich eines Tages wieder.

Reiseinfos
Reisezeit:
 31. August – 8. September 2013
Flug inkl. Kitegepäck pro Person: 310 EUR
Hotel für 2 Personen: 378 EUR
Neoprenanzug: keiner
Ort: Akyaka
Lebenshaltungskosten: günstig

Bilder: outinthegreenroom

 


Konfetti-Business

You Might Also Like

No Comments

Leave a Reply

XSLT Plugin by Leo Jiang